17. SONNTAG IM JAHRESKREIS

Lesung aus dem ersten Buch der Könige (3,5.7-12)

Evangelium nach Matthäus (13,44-52)

 

In was für einer Welt leben wir? Wie ist diese Welt, die uns tagaus tagein durch die Massenmedien vor Augen geführt wird? Täglich werden unschuldige Menschen durch Bomben und Drohnen getötet. Milliarden Euros werden für Waffen ausgegeben und inzwischen sterben Millionen von Menschen durch Hunger und Krankheit. Es geht immer um Macht die man anstrebt, weil man Angst hat, dass andere mehr Macht haben. Das ist die große Weltpolitik.

Aber auch auf kleiner Ebene: Gnadenlose Konkurrenz, Neid, Misstrauen. Gewaltbereite Jugendbanden vermehren sich. Glauben sie an nichts mehr? Man sucht sein Heil in materiellem Besitz, Luxus, Geld - in der Illusion, dass so das eigene Leben geschützt ist. Geld regiert die Welt. Man hat immer Angst, dass andere mehr können, wichtiger sind, sich mehr leisten können und selbst bedeutungslos zu sein. Welche menschlichen Werte gelten in unserer Gesellschaft noch?

Schon vor 2000 Jahren hat Jesus gesagt: „Ihr sollt euch ändern. Ihr sollt umdenken. Ihr sollt aufhören zu glauben, dass ihr ein sinnvolles Leben haben könnt, ohne Gott. Gott will zu euch kommen. Er will für euch eine andere Welt, in der andere Werte gelten.“ Jesus hat das natürlich in der Sprache der damaligen Zeit gesagt. Er nennt diese neue Welt das „Reich Gottes“. Es ist eine Welt, wo Gott in den Herzen der Menschen regiert, weil sie versuchen ein Zusammenleben aufzubauen, so wie Gott sie sich wünscht, zum Wohl der Menschen. Ein Zusammenleben, wo man andere so behandelt, wie man selbst von ihnen behandelt werden möchte. „Versöhnt euch“ - wo hören wir so etwas noch in unserer Gesellschaft? Nur so können Frieden und Gerechtigkeit entstehen. Wo Menschen so handeln, dort ist Gott anwesend, wirksam.

Wo wir mit dieser Lebenseinstellung handeln und leben, wo wir auf Gott hören - „Gib mir ein hörendes Herz“, wünscht sich König Salomo in der ersten Lesung -, dort herrscht Gott in unseren Herzen, dort wird die Welt anders, entsteht eine neue Welt, das Reich Gottes, mitten in dieser Welt. Jesus hat in seiner Bergpredigt gesagt: „Suchet z u e r s t das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit und alles andere wird euch dazugegeben“. Gottes neue Welt, sein Reich, soll also Priorität für uns haben.

Wenn wir das verstanden haben, wenn das tief in uns eingedrungen ist, dann ist es als ob wir einen Schatz oder eine besonders wertvolle Perle gefunden haben, sagt Jesus. Es ist etwas unendlich Kostbares, etwas, was unser Leben reich, sinnvoll, glücklich macht, gelingen lässt, erfüllt. Es entsteht Lebensfreude, weil wir etwas sehr wertvolles entdeckt haben.

Im Grund genommen ist das Sinn und Zweck einer Kirche und einer Pfarrgemeinde. Hier sollen Menschen miteinander so leben, dass wenigstens ein Stückchen von dieser neuen Welt Gottes spürbar, erfahrbar, verwirklicht wird. Gib deine Lebensüberzeugung, deine Hoffnung und deine Freude über diese kostbare neue Welt Gottes weiter an deine Kinder, an alle, die dir nahestehen. Mache ihnen klar, wie unendlich wertvoll dir diese neue Welt Gottes ist.

 

„Ändert euch, ändert euer Denken und glaubt an diese Botschaft von Jesus. Jesus will eine andere Welt, er will eine Welterneuerung. Er will, dass Menschen umdenken und sich nicht zufrieden geben mit der Welt, wie sie jetzt gerade ist. Daran zu glauben und mitzuwirken ist unsere Aufgabe als Christen heute, in unserer Gesellschaft. Haben wir diesen Schatz, diese Perle schon selbst entdeckt?

 

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